Sara Sangiacomo

Chancengleichheit ist gescheitert

Letzte Woche war ich im Biologieunterricht meines Sohnes – Fach „Natur und Technik“.


Was ich dort sah, hat mich tief betroffen gemacht. Einige wenige Schülerinnen und Schüler konnten dem Unterricht folgen, die Mehrheit wirkte hilflos und überfordert. Ich verliess das Schulzimmer mit einem dicken Kloss im Hals. Denn was ich dort erlebte, zeigt deutlich: Die vielbeschworene Chancengleichheit in der Sekundarstufe funktioniert nicht.


Alle Kinder – ob leistungsstark oder leistungsschwach – sitzen gemeinsam in einer Klasse. Der Gedanke klingt schön: gemeinsames Lernen, gegenseitige Unterstützung, keine Trennung. Doch die Realität sieht anders aus. Lehrpersonen kämpfen mit einer kaum zu bewältigenden Spannweite an Lernniveaus. Die Starken langweilen sich, die Schwächeren verlieren den Anschluss. Am Ende sollen alle dieselben Ziele erreichen – und bei den Prüfungen wird mit Sonderregelungen nachgebessert. Das ist keine echte Gerechtigkeit, sondern ein Pflaster auf ein gebrochenes Bein.


Chancengleichheit bedeutet nicht, dass alle dasselbe bekommen, sondern dass jedes Kind das bekommt, was es braucht, um sein Potenzial zu entfalten. Wenn ein System den Schwächeren keine Ruhe und den Stärkeren keine Herausforderung bietet, verfehlt es seinen Auftrag.


Wir müssen den Mut haben, wieder offen über Leistungsunterschiede zu sprechen. Differenzierung ist kein Rückschritt, sondern Verantwortung. Unsere Kinder verdienen keine Einheitslösung, sondern echte Förderung – individuell, gerecht und menschlich.


Sara Sangiacomo aus Niederhasli


November 2025


von Sara Sangiacomo 24. Januar 2023
Auflösung unseres Bezirkes und ihrer Institutionen? Sechs Gemeinden des Bezirks Bülach haben unter dem Titel „Für eine zeitgemässe dezentrale Organisation des Kantons Zürich“ eine Behördeninitiative eingereicht, wonach der Bezirk Dielsdorf von der Landkarte verschwinden soll. Angeblich würden die bestehenden gemeindeübergreifenden Strukturen (Bezirke, die Planungsregionen und Zweckverbände) den aktuellen Entwicklungen im Kanton Zürich nicht mehr gerecht. Es handelt sich um den Gemeinderat Wallisellen, Freienstein-Teufen, Dietlikon und Embrach sowie um die Stadträte von Opfikon und Bülach. Vorgesehen sind höchstens noch 10 Bezirke mit einer Einverleibung des Bezirk Dielsdorf zu Bülach.Das Furttal würde entweder ebenfalls dem Bezirk Bülach einverleibt oder dem Bezirk Dietikon und damit der Region Limmattal zugewiesen. Vor knapp einem Jahr, am 14. März 2022, wurde dieser Vorstoss im Kantonsrat mit 75 Stimmen von SP, GLP, AL, EVP sowie vielen, aber nicht allen Grünen, vorläufig unterstützt. Bekämpft wurde diese unnötige Reorganisation von SVP, FDP und Mitte. Damit würde ein grosser Verlust an Demokratie und Transparenz einhergehen. Heute wählen dieStimmbürger die Bezirksorgane wie den Statthalter, die Bezirksräte und vor allem die Besetzung am erstinstanzlichen Bezirksgericht. Statt die Gemeinden und Bezirke und damit die Demokratie zu stärken, wollen die Initianten, dass die Bezirke faktisch entmachtet und die Gemeinden möglichst viele Aufgaben den Planungsregionen abtreten, wo dann Verwaltungsangestellte für uns entscheiden, die nicht direkt vom Volk gewählt sind. Die bestehenden Aufteilungen haben sich bewährt. Eine Umsetzung dieser Reissbrettlösung würde auch neue Probleme mit sich bringen. Und von den Kostenfolgen ist bei dieser Behördeninitiative überhaupt nicht die Rede. Sara Sangiacomo, Kantonsratskanditatin, aus Niederhasli Januar 2023
von Sara Sangiacomo 24. Januar 2023
Schule in Notlage
von Sara Sangiacomo 22. Oktober 2022
Ein Trostpflaster – aber immerhin!