Schule in Notlage
Täglich liest man vom Lehrermangel, überforderten Lehrern und Schülern sowie von Schulleitern, die in bürokratischen Knatsch versinken.
Schulleistungen geben zu heftigen Diskussionen Anlass, wenn ein Fünftel aller Schulabgänger keine einfachen Texte versteht, geschweige denn fähig ist, einen Aufsatz fehlerfrei zu verfassen. Für mich ist das eine klare Notlage – unser Bildungssystem ist in vielen Bereichen am Versagen. Doch auf der politischen Ebene hört man erstaunlich wenig Kritik über den Zustand unserer Volksschule und entsprechend bewegt sich nichts. In Dorfgesprächen hingegen flammen Emotionen von frustrierten Eltern hoch. Die Baustellen in der Volksschule sind bestens bekannt. Doch bildungspolitische Vorstösse aus dem Kantonsrat werden nur schleppend behandelt. Für viele Reformprojekte wie beispielsweise für die schulische Integration aller schwierigen Jugendlichen in die Regelklassen werden grosszügig Gelder bewilligt. Wenn man sich mit den Lehrpersonen über die Totalintegration unterhält, hört man deutliche Worte: «Wir leisten täglich einen grossen Spagat, um den Bedürfnissen aller Kinder gerecht zu werden. Aber die Einführung des Integrationsmodells ohne entlastende Kleinklassen war ein Fehlentscheid.» Es ist kaum möglich, verhaltensauffällige Schüler durch Heilpädagoginnen, die nur ein paar Stunden pro Woche in einer Regelklasse anwesend sind, so zu stabilisieren, dass sie den Unterricht nicht mehr stören. Das Ganze geht auf Kosten aller anderen Kinder. Zu denken, es genüge einfach, noch mehr Hilfspersonen in den Klassen einzusetzen, ist der falsche Weg. Ein überfülltes Klassenzimmer mit zwanzig Schülern, einer Lehrperson, einer Heilpädagogin, einer Klassenassistentin und weiteren Fachpersonen führt zu grosser Unruhe im Schulbetrieb. Die Politik muss dringend die aus dem Ruder gelaufenen Reformen korrigieren, damit unsere Kinder wieder überall eine qualitativ gute Bildung erhalten.
S.Sangiacomo, Kantonsratskandidatin SVP, Niederhasli
Januar 2023


