Lehrpersonen entlasten – aber richtig (2026)
Dass unsere Lehrpersonen heute stark gefordert sind, steht für mich ausser Frage. Klassenlehrpersonen tragen grosse Verantwortung, führen Elterngespräche, koordinieren Fördermassnahmen, erledigen administrative Aufgaben und sollen gleichzeitig das tun, was im Zentrum ihres Berufes stehen müsste: unsere Kinder unterrichten.
Am 27. September stimmen wir über die Änderung des Lehrpersonalgesetzes ab. Das Anliegen, Lehrpersonen zu entlasten, kann ich gut nachvollziehen. Die vorgeschlagene Lösung überzeugt mich jedoch nicht. Mehr finanzierte Arbeitszeit allein beseitigt die Ursachen der hohen Belastung nicht.
Wir sollten vielmehr dort ansetzen, wo im Schulalltag Zeit verloren geht: Welche Dokumentationen sind wirklich notwendig? Welche administrativen Aufgaben können vereinfacht, digitalisiert oder zentral erledigt werden? Müssen ausgebildete Lehrpersonen Arbeiten übernehmen, die auch administratives Personal erledigen könnte? Und auch bei Sitzungen und Koordinationsgefässen muss die Frage erlaubt sein, was tatsächlich einen Mehrwert für die Kinder und den Unterricht bringt.
Gute Bildung darf und muss uns etwas wert sein. Aber mehr Ausgaben bedeuten nicht automatisch eine bessere Schule. Bevor wir zusätzliche Mittel einsetzen, sollten wir den Mut haben, bestehende Strukturen zu hinterfragen.
Mein Ziel ist eine Schule, in der Lehrpersonen wieder mehr Zeit zum Unterrichten haben und weniger Zeit für Aufgaben aufwenden müssen, für die es keine pädagogische Ausbildung braucht.
Lehrpersonen entlasten: Ja. Aber dort, wo die Belastung tatsächlich entsteht.
Deshalb sage ich am 27. September Nein zur Änderung des Lehrpersonalgesetzes.
Sara Sangiacomo, Niederhasli


